• Pfarrer Georg

Österliche Geschenke


Die Osterevangelien waren für mich schon immer tröstlich und ermutigend - vielleicht weil sie von einer Überraschung erzählen, mit der niemand gerechnet hat:

In eine dunkle und bedrückende Zeit, wo Hoffnungen zerbrochen sind, fällt plötzlich und unerwartet ein Licht. Mit dem Auferstandenen, der von sich aus in die Mitte der noch eingeschlossenen ängstlichen Freunde tritt, keimt auf einmal neue Freude auf. Die Jünger können es noch nicht fassen.

Das heutige Evangelium könnte daher auch uns Mut machen:

Sorgen und Niedergeschlagenheit sind nicht das Ende; Gott setzt von sich aus einen neuen Anfang. Er kommt uns entgegen, wenn wir es nicht vermuten, und vielleicht auch anders, als wir uns vorstellen. Gott will uns in unserer Verschlossenheit und Hoffnungslosigkeit erreichen und durch den Auferstandenen aufrichten.

Es sind drei Geschenke, die der Auferstandene mitbringt:

1. Er schenkt den Frieden:

Es sind nicht Vorwurf und Abrechnung, die der Auferstandene auftischt, sondern Versöhnung und Frieden ermöglichen einen ganz neuen Anfang.

2. Er schenkt seinen lebendigen Geist:

Der Auferstandene haucht die Jünger an – und das erinnert an den Odem im Schöpfungsmythos, mit dem Gott im Anfang den Menschen ins Leben gerufen hat;

es lässt und an den Frühlingshauch denken, der die Knospen öffnet, und an die Zuwendung einer Mama, die die Wunde ihres Kindes bläst, damit sie heilen kann. In diesem Geist können wir einander vergeben und einander einen Neuanfang schenken: in Familie, Nachbarschaft und Freundeskreis.

3. Er schenkt den Glauben:

Der Auferstandene fordert keinen blinden Glauben, der nur in einem denkerischen Für-wahr-halten besteht; der Auferstandene lädt Thomas ein, ihn als den Gekreuzigten zu erkennen und seine Wunden zu berühren. Die Auferstehung geht nämlich nicht am Leid vorbei und ignoriert es nicht. Oft ist das Annehmen der Wunden der Anfang des Glaubens; dieser Glaube kann Verwandlung bewirken. Die Annahme des Gegebenen ist Voraussetzung zur Wandlung, zur Transformation, zur Erneuerung.

Drei Geschenke also sind es, die der Auferstandene auch uns anbietet:

· bedingungslosen Frieden, der uns neu beginnen lässt

· lebendigen Atem, der uns befähigt zu lieben und zu vergeben

· einen Glauben, der die Wirklichkeit annehmen darf

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für Texte & Inhalt verantwortlich: Mag. Georg Fröschl

Laurentiusplatz 2, 1140 Wien, Pfarrer der Pfarre Breitensee

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