• Pfarrer Georg

23. So (C) Follower von Jesus

Aktualisiert: 4. Dez 2019

In den neuen Medien wie Instagramm, Facebook und Twitter gibt es Follower. Sportler, Künstler und Politiker haben sogar eigene Medienagenturen, die die Anzahl der Follower vermehren.

Auch Jesus hatte Follower (viele Menschen haben ihn begleitet). Doch er hat nicht mit allen Mitteln nach einer höheren Anzahl gegiert, sondern er hat klare Worte gesprochen: „Niemand kann mein Jünger sein, wenn er/sie nicht….“ Er hat deutlich gesagt, dass es Mut und Engagement braucht, wenn ihm jemand auf seinem Weg folgen möchte, also Jünger/Jüngerin sein will.


Lernen wollen

„Jünger“ heißt im griechischen Urtext „Matetes“ und bedeutet „Schüler“. Es geht also bei der Jesus-Nachfolge nicht darum, einfach nur dabei zu sein, etwas vom Ruhm des Meisters abzubekommen, sondern darum, etwas zu lernen. Deshalb passt das heutige Evangelium gut zum Schulanfang. Ich habe zum Schulanfang viele Kinder mit strahlenden Augen gesehen. Sie haben sich echt auf die Schule gefreut. Sie möchten lernen. Sie schauen auf die Erwachsenen und lernen von ihnen. Sie lassen sich motivieren, ein Ziel anzustreben. Lernen geht also einerseits durch Vorbild, andererseits durch innere Motivation, die durch ein verlockendes Ziel geweckt wird.


Von Jesus lernen

Wie ist das, wenn wir Schülerinnen und Schüler von Jesus sind und wieder werden wollen?

Wir können auf ihn schauen, da ist eine Menge zu entdecken… Und wir können auf das Ziel schauen, das er uns zumutet: das Himmelreich; es soll in unserem Alltag aufstrahlen. Dafür aber braucht es ein Umdenken und einen Mut, aus alten Gewohnheiten aufzubrechen und Sicherheiten zu verlassen.


Entschiedenheit und Bereitschaft gefordert

Das heutige Evangelium fasst diesen Mut in drei Punkten zusammen:

1) Vertrautes loslassen, um Neues zu empfangen

2) Auf Besitz verzichten, um Freiheit zu erfahren

3) Die Mühsal des eigenen Lebens annehmen, um dadurch zu reifen.

Familie zu lassen, das tut jede Frau, jeder Mann, wenn er und sie eine eigene Familie gründet. Das muss man tun, um eigenständig zu werden und Neues beginnen zu können. Die Beziehung zur Ursprungsfamilie wird dadurch ja nicht gekappt, sondern reifer und neu. Diesen Schritt braucht es auch in der Jesus-Nachfolge.

Auf Besitz verzichtenmeint den Umgang mit den uns gegebenen Möglichkeiten. Investoren, die erfolgreich sein wollen, müssen immer zunächst Kapital und Mühen investieren, wie ein Bauer den Samen sät, damit dann etwas Größeres daraus werden kann. Wer alles behalten will und nichts loslässt, bleibt im Engen und Kleinen gefangen.

Das Kreuz auf sich nehmen! Das heißt Ja sagen: zum eigenen Leben mit seinen Grenzen und Schwierigkeiten. Nur so kann man daraus auch lernen und den eigenen Weg finden. Nur so kann Gott durch uns leuchten: wenn wir authentisch sind.

Schülerin und Schüler Jesu zu sein, das ist also ein spannender Weg, der uns zu einem großen Ziel führt: zu uns selber und dadurch auch zum Himmelreich, dass jetzt schon aufleuchten will.

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für Texte & Inhalt verantwortlich: Mag. Georg Fröschl

Laurentiusplatz 2, 1140 Wien, Pfarrer der Pfarre Breitensee

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