• Georg Fröschl

Faszinierende Pädagogik

Bei einem Gespräch am Mittagstisch bei den Eltern habe ich meine Geschwister einmal gefragt: Wenn du ein Leitwort für dein Leben wählen müsstest - welches würdest du aussuchen?

„Beziehung“ hat mir meine Schwester geantwortet und sie hat es mit einem Satz von Martin Buber unterstrichen: „Ich werde am Du“. Das war ihr Hochzeitsspruch.

Tatsächlich: wir reifen durch unsere Begegnungen, durch gewählte und geschenkte Beziehungen: ich denke an die Eltern, Verwandte, Freunde und Freundinnen, Partner und Partnerinnen…. Kleinkinder, so hat man erkannt, würden ohne Bezugspersonen verkümmern.

Und ein afrikanischen Sprichwort weiß: zur Erziehung eines Menschen braucht es ein ganzes Dorf. Wir Menschen sind Beziehungswesen.

Von daher ist es nicht verwunderlich, dass Beziehung auch ein Thema der Bibel ist, vor allem die Beziehung zwischen Gott und Menschen.

Das Buch der Weisheit kleidet das in ein schönes Bild: Gott hat seinen Atem in uns gelegt. In allem ist sein unvergänglicher Geist. Gott ist ein Freund des Lebens.

Hier erscheint Gott wie eine gute Pädagogin, die um das Potential ihrer Kinder weiß. Sie schüchtert sie nicht durch harte Strafen ein, sondern ermutigt sie durch den Blick der Liebe.

Ist nicht die Begegnung Jesu mit Zachäus dafür auch ein schönes Beispiel?

durch seinen Lebenswandel ist Zachäus zwar reich geworden, aber er ist allein. Tief in ihm drin aber ist seine Sehnsucht nach Beziehung. Daher will er sehen, wer dieser Jesus sei.

Jesus sieht ihn, auch wenn er sich versteckt hält. Er ruft ihn, weil es ihm ein großes Bedürfnis ist, bei ihm einzukehren.

Und das spürt Zachäus. Und das verbindet ihn wieder mit seiner inneren Quelle, die ihn reich macht und freigebig. Jetzt ist er wieder heil und ganz.


Das ist Gottes Pädagogik:

Sie erzieht nicht durch den Entzug von Liebe, sondern berührt durch echte persönliche Zuwendung.




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