• Pfarrer Georg

Größter Schatz - in ein Kind gelegt...


Am Sonntag hatte ich ein Gespräch mit einem Familienvater; ich hab ihn gefragt: Was ist Weihnachten für dich? – Und er hat spontan geantwortet: Wenn es meinen Kindern gut geht, das ist für mich Weihnachten.

Ich war von der Antwort überrascht, habe aber darüber nachgedacht: Ist Weihnachten wirklich (auch) etwas ganz Persönliches und Konkretes?


Was steht in der Bibel?

· Da gibt es eine Einleitung zur Erzählung: Kaiser Augustus wird genannt, der Herrscher des damals bekannten Erdkreises, und sein syrischer Statthalter. Das ist also der machtpolitische Horizont.

· Dann aber geht der Fokus auf ein konkretes Paar, auf Maria und Josef. Sie müssen sich zwar dem Befehl des Kaisers fügen, doch ihre Aufmerksamkeit gilt ganz dem Kind, das sie erwarten.

· Von dem Neugeborenen wird knapp erzählt, dass man es in Windeln wickelt und in eine Krippe legt, weil in der Herberge kein Platz war.

· Schließlich berichtetet Lukas, dass die Nachbarn, die Hirten von der Gegend, auf dieses Kind aufmerksam werden und dass durch dieses Kind in ihnen Freude und Hoffnung geweckt wird.


Wie können wir diese Botschaft für uns heute deuten?

· Auch wir sind abhängig von der Weltpolitik: ob das jetzt die Politik der alternativen Fakten ist oder Konzerne sind, die Daten sammeln, um uns zu lenken.

· Auch wir suchen einen persönlichen Weg im Gefüge dieser Welt und finden nicht immer den Platz, den wir uns wünschen.

· Doch das, was uns leben lässt, ist weder Geld noch Perfektion, sondern es ist ein Schatz, den Gott in uns, in unsere Beziehungen hineinlegen will – wie das Kind in die Krippe: nämlich seine Liebe. Da bin ich wieder beim Beispiel vom Anfang. Weihnachten ist, wenn es meinen Kindern gut geht, oder anders ausgedrückt: wenn unsere Beziehungen liebevoll sind.

· Die Lebensfreude, die aus der Zuwendung kommt, zieht Kreise, zunächst bei denen, die mit uns leben und dann noch weitere.


Ich will diese Botschaft noch mit den Worten aus dem Titus-Brief zusammenfassen.

Dort heißt es: Die Gnade Gottes ist erschienen, um alle Menschen zu retten. „Retten“ meint auch: „mit Freude und Leben erfüllen“, oder: „mit Zuwendung beschenken“

· Alle Menschen, nicht nur die Religiösen, sollen gerettet werden, und alles, was zu uns gehört – also die ganze Schöpfung. Das ist Gottes Wille und Absicht.

· Weihnachten sagt uns: Die Rettung geschieht nicht durch die Macht der Großen, sondern in der Liebe unserer Beziehungen.

· Da wir aber in der Liebe sehr verletzlich sind, werden wir auch weiterhin mit der Dunkelheit konfrontiert sein – doch wir dürfen wissen: Gott hat uns mit dem Christus-Kind in Bethlehem gezeigt, dass er seinen größten Schatz in uns, seine Kinder, gelegt hat: seine Liebe. Das ist eine Zusage für alle Zeiten.

· Und wer dies erkennt, der wird sich wie die Hirten freuen können.

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für Texte & Inhalt verantwortlich: Mag. Georg Fröschl

Laurentiusplatz 2, 1140 Wien, Pfarrer der Pfarre Breitensee

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