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  • AutorenbildGeorg Fröschl

Ich bin die Tür


Der 4. Sonntag in der Osterzeit wird in der katholischen Liturgie der Gute-Hirten-Sonntag genannt, weil an diesem Sonntag aus dem 10. Kapitel des Johannes-Evangelium gelesen wird, wo Jesus als der Gute Hirt beschrieben wird.

Doch in diesem Lesejahr wird der Blick eher auf den Schafstall gelenkt, genauer noch: auf die Tür zum Schafstall. Von dieser Tür zu den Schafen sagt Jesus den bedenkenswerten Satz: Ich bin die Tür! Und darüber möchte ich heute sprechen.


Die Tür ist für mich ein Symbol für den Zugang zu anderen Menschen: für Austausch und für Beziehungen untereinander. Wenn Jesus sagt: "Ich bin die Tür", dann könnte er uns damit auch etwas über die Art gelingender Beziehungen sagen.


1. Beweggründe einer Freundschaft

Niemand möchte ausgenützt werden oder nur wegen einer bestimmten Eigenschaft geliebt werden. Echte Liebe liebt absichtslos. Ich weiß, dass das wahrscheinlich nie zu 100 Prozent möglich ist, denn wir haben meist irgendeine Absicht oder einen Grund für eine Freundschaft.

Aber echte Liebe, die durch die Tür geht, liebt bedingungslos, lässt frei. Alle, die anderswo einsteigen, sagt Jesus, sind Diebe und Räuber: wir kennen das, wenn uns andere aussaugen, wenn sie uns Zeit stehlen, wenn sie uns nur ansprechen, weil sie etwas von uns wollen.


2. Ein- und ausgehen

Wenn ich für jemanden eine Tür offen lasse, heißt das: du kannst mich besuchen, wann du willst, und du darfst wieder gehen, wenn es für dich passt. Ich verschließe mich nicht vor dir und sperre dich auch nicht ein. Ich lasse es dir offen.

Ich denke, dass zB. Jugendliche diese Freiheit besonders schätzen. Auch eine gute Freundschaft braucht diese Freiheit. Jesus ist die Tür, durch die wir ein uns ausgehen können.


3. Hinaus ins Weite

Die Tür ist die Schwelle vom gesicherten Bereich hinaus ins Weite. Eine offene Tür lädt immer dazu ein, auch das Neue zu suchen.

So ist die Liebe Jesu immer eine Einladung, nach saftigen Weiden Ausschau zu halten. Wir sollen nämlich nicht hungern und darben, sondern das Leben finden in Fülle.

Und der Gute Hirt geht uns dabei voraus. Seine vertrauenserweckende und uns bekannte Stimme ermutigt uns, ihm nach draußen zu folgen.


Ich bin die Tür! sagt Jesus und zeigt uns mit seinem Leben, wie wir unsere Beziehungen aus der Liebe heraus gestalten können.

So werden unsere Freundschaften offenen Türen gleichen, die einladend sind und frei geben. Auf diese Weise kann das Miteinander Basis zu einem Leben in Fülle werden.




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