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  • AutorenbildGeorg Fröschl

Karfreitag

Vor der Pfarrkanzlei hängt ein überlebensgroßer Christus am Kreuz. Ich gehe unzählige Male daran vorbei. Meist aber sehe ich ihn nicht mehr.

Das Kreuz ist uns im Alltag selbstverständlich geworden. Wir erschrecken kaum mehr, wenn wir den ausgespannten Körper am Holz sehen. Nur kleine Kinder fragen manchmal betroffen: warum ist der Mann da angenagelt – tut ihm das weh?

 

Ist es nicht auch so mit den täglichen Nachrichten? Wir können das viele Leid gar nicht mehr aufnehmen, geschweige denn selber ertragen.

Ich meine, dass es auch gut ist, wenn wir uns vom Leid, das uns begegnet, nicht niederdrücken lassen. Das bringt ja auch den Leidenden nichts.

 

Im Blick auf das Kreuz Jesu können wir zwei Dinge lernen: Mitgefühl und Hoffnung.

 

1) Mitgefühl:

Mitgefühl ist immer möglich; es nimmt wahr, aber lässt sich nicht vom Gesehenen erdrücken.  Mitgefühl ermutigt uns einerseits, dass wir selber Leid verhindern können, bzw zeigt uns, wo wir es lindern können.

 

2) Hoffnung:

Wenn wir auf das Kreuz Jesu schauen, dann wissen wir, dass er nicht am Kreuz hängen geblieben ist, dass er nicht im Leid – so schlimm es auch war - stecken geblieben ist. Im Blick auf Jesus können wir also Hoffnung haben: Hoffnung auch für die Nöte der ganzen Schöpfung.

 

Im Rosenkranz werden wir daran erinnert, dass Jesus sein Leiden FÜR UNS erträgt: er nimmt uns das Leid nicht ab, sondern er nimmt uns in sein Vertrauen mit hinein: Wir brauchen das Kreuz nicht mehr als Endstation sehen. - In diesem Sinn – und nur deshalb - können wir auch beten: Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Hoffnung.

 

Möge alles Leid der Welt mit dem Kreuz Jesus zusammen verwandelt und verklärt werden.

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