• Georg Fröschl

Vollendung erhoffen


Am 15. August feiert die Katholische Kirche die „leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel“. In der Bibel gibt es dafür keinen Beleg. Das Fest wurzelt viel mehr in der Glaubensvorstellung der Menschen, dass Maria von Gott vollendet wird und dass dabei nichts aus ihrem Leben verloren geht. Das ist eine Hoffnung, die auch wir für unser eigenes Leben hegen dürfen.


Auch wenn wir natürlich nichts darüber wissen können, wie menschliches Leben nach dem Tod ausschauen könnte, so tut uns die Vorstellung gut, dass unsere Biographie bei Gott eine Vollendung findet. Das bedeutet, dass nichts von unserem Leben verloren geht, dass unsere Bemühungen nicht umsonst gewesen sein werden, dass Wunden geheilt und Bruchstückhaftes ergänzt wird.


Ich persönlich denke, dass wir alle – mit Gottes Gnade - einander helfen, den Himmel zu schauen: wir können einander mit Vergebung und Wohlwollen beschenken, mit unseren Erfahrungen und Bemühungen, mit unserem Leiden und unseren Hoffnungen. Alles leben wir für einander.


Himmel und Vollendung beginnt für mich schon in diesem Leben, wo wir in Liebe einander teilhaben lassen an dem, was uns gegeben ist, wo wir in Achtsamkeit einander vergeben, wenn jemand schuldig geworden ist.

Vollendung wäre dann, wenn Gott am Ende der Zeit alles in allem ist. Wenn sein lebendiger Atem die Geschöpfe ganz durchdringt und liebevoll verbindet.


Was wir also von Maria heute feiern ist ein Hoffnungsbild für alle.

Es lädt uns ein, schon jetzt in diesem Glauben zu leben und Gottes Absicht schon hier auf Erden Wirklichkeit werden zu lassen.

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