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  • AutorenbildGeorg Fröschl

Komm heraus!

Es erfüllt mich mit einer inneren Freude, wenn ich beim Spazierengehen jetzt nach der Winterzeit wieder blühende Bäume sehe: verborgene Lebenskraft bricht im Frühling hervor und schmückt die kahlen Äste mit zarten Farben. Für mich ist das ein ermutigendes Bild für Leben und Auferweckung. Genau um dieses Thema kreist das Evangelium des 5. Fastensonntags.


Im Johannes-Evangelium gibt es sieben große Zeichen, die Jesus wirkt: zB. das Weinwunder zu Kana, die Fernheilung eines Jungen, die Brotvermehrung und als letztes die Auferweckung des Lazarus. In diesen Zeichen Jesu wird Gottes machtvolles Wirken sichtbar. Jesus macht hier im Gebet deutlich, dass er nicht aus eigener Kraft handelt und nicht seine eigene Ehre sucht, sondern: er handelt aus der innigen Verbindung mit seinem Vater. Auferstehung und Leben sind Gaben, die Gott schenkt. Wir können sie nicht machen.


Die Urkirche sah im Bericht der Auferweckung des Lazarus auf der einen Seite die Menschlichkeit, die von Gefühlen und zeitlichen und räumlichen Grenzen bestimmt ist. Da sind die Freude und die Angst, das Wissen um unsere Abhängigkeiten, um Unfreiheit und Tod. Sogar Jesus ist in seiner Menschlichkeit tief betroffen vom Tod seines Freundes und weint.

Auf der anderen Seite sehen wir hier auch den Glauben der Urkirche, die auf die Lebens-Macht Gottes vertraut. Im Alten Testament taucht dieses Thema schon beim Propheten Ezechiel auf, wo Gott die Gebeine der Toten wieder mit lebendigem Fleisch umgibt. Gott will also die Enge unserer menschlichen Begrenztheit und die Fesseln des Todes sprengen. Schon hier und jetzt. Von dieser Hoffnung erzählt die Auferweckung des Lazarus.


Es geht also nicht so sehr um die eine Auferweckung, sondern um die Absicht Gottes insgesamt mit seiner Schöpfung: Gott will uns vom Tod zum Leben führen, aus dem Dunkel in das Licht, aus der Bedrängnis in den Frieden. Und das beginnt schon hier und jetzt. Im Wirken Jesu, des Gottessohnes und Gesandten wird es deutlich.


Wie Martha und Maria dürfen auch wir schrittweise in dieses Vertrauen hineinwachsen: Jesus, der hat uns Kunde gebracht, dass Gott uns befreien will von Einengung und Tod.


So möchte ich mit den Worten Jesu schließen und dir zurufen: Komm heraus, aus dem, was dich niederdrückt und bindet. Wähle das Leben, das Gott dir schenkt.




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