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Meine Wurzeln tragen mich

Autorenbild: Georg Fröschl
Georg Fröschl
vor 1 Tag
1 Min. Lesezeit

Am 27. Sonntag im Jahreskreis hören wir wieder ein Gleichnis.

Jesus erzählt es den Ältesten des Volkes. Das sind Menschen, die Verantwortung tragen und viel Lebenserfahrung haben. Ihnen erzählt er eine Bildgeschichte.

Ein Gutsherr hat seinen Weinberg verpachtet. Als die Zeit gekommen ist, schickt er seine Knechte los. Sie sollen den Pachtzins einholen. Doch die Pächter misshandeln die Knechte. Sie wollen nicht mehr abhängig sein. Sie wollen ihr eigenes Leben führen. Sogar den Sohn, den Erben, töten sie.

Wie unvernünftig und böse diese Menschen sind! So könnten die Zuhörer zunächst denken. Vielleicht denken wir dabei an den Tod Jesu. Und wir fragen uns: Wie konnte man ihn nur umbringen?

Doch es geht nicht um die anderen. Es geht nicht um die, die wir schnell als böse abstempeln. Es geht um uns. Jesus erzählt dieses Gleichnis auch uns. Was will er uns heute damit sagen?

Mein erster Gedanke ist dieser:

Wir wollen eigenständig sein. Wir wollen unabhängig sein. Das ist nicht schlecht, sogar natürliche. Aber wir vergessen dabei leicht, dass wir einander brauchen. Niemand kann allein nach seinen eigenen Vorstellungen leben. Wir gehören zu etwas Größerem. Zusammen.

 

Stellen wir uns einen Baum vor. Er hat tiefe Wurzeln. Sie geben ihm Halt. Sie geben ihm Nahrung. Ohne Wurzeln kann kein Baum leben. Wenn wir handeln wie die Pächter, kappen wir unsere eigenen Wurzeln. Das ist Unvernunft. Und sie schadet am Ende uns selbst.

 

Darum lenkt Jesus unseren Blick auf die Wurzeln. Auf den, der uns das Leben anvertraut und geschenkt hat. Wir können uns heute fragen: Wo sind meine Wurzeln? Was gibt mir Halt? Was nährt mich? Und wie pflege ich diese Wurzeln?



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