• Georg Fröschl

tota pulchra


Zum Fest der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel gibt es eine nachbiblische Legende, die von Blüten im leeren Grab Mariens berichtet. Diese Erzählung wurzelt im Brauchtum, wo im Herbst Blumen- und Kräutersträuße gebunden werden.

Was hat dieses Brauchtum mit der Aufnahme Mariens in den Himmel zu tun?


Blüten sind für mich ein Symbol für zweckfreie Schönheit; zur Weitergabe des Lebens sind sie nicht unbedingt notwendig.

Vielleicht möchte die ganze Schöpfung in der Schönheit gipfeln: ich denke an die bunten Korallenriffe in den Meerestiefen, an strahlende Blütenblätter, an herrliche Schmetterlinge, kunstvolle Maserung von Vogel-Federn, an Kristalle und Muscheln… überall findet sich Schönheit… einfach so!


Im Blick auf Maria wird uns in Erinnerung gerufen, dass auch wir Menschen nicht nur zum Arbeiten und zur Lebensweitergabe geschaffen sind, sondern dass auch wir zur Schönheit berufen sind.

Maria wird als schöne Frau besungen (tota pulchra), weil sie ganz empfänglich war für die Impulse des Geistes Gottes. Sie hat in ihrer Offenheit die Schönheit Gottes widergespiegelt. Gott liebt diese absichtslose Bereitschaft, in der sich seine Liebe zeigen kann.


So konnte in Maria Gottes Traum Wirklichkeit werden. Daher spiegelt sich in ihr eine Schönheit, die auch der Tod nicht mehr rauben kann.

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