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Unauslöschliche Prägung

Autorenbild: Georg Fröschl
Georg Fröschl
17. Okt.
2 Min. Lesezeit

Wenn wir alte Münzen in der Hand halten, spüren wir ihre Prägung. In so eine Münze ist oft das Bild eines Herrschers eingeprägt, dazu sein Name und sein Titel. So war es auch beim Denar, den Jesus sich zeigen ließ.

Im heutigen Evangelium fragen Pharisäer und Anhänger des Herodes Jesus: Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen? Eine Fangfrage. Sagt Jesus Ja, gilt er als Freund der verhassten Römer und verliert das Volk. Sagt er Nein, kann man ihn bei den Römern als Aufrührer anzeigen. Wie immer er antwortet, die Falle schnappt zu.

Doch Jesus lässt sich nicht in die Falle locken. Er lässt sich eine Münze bringen. Bemerkenswert: Er selbst hat keine dabei, seine Fragesteller schon. Er fragt: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Des Kaisers. Und dann sagt er: Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.

Damit lockt er sie, tiefer nachzudenken. Wenn die Münze das Bild des Kaisers trägt, wessen Bild trägt dann der Mensch? Schon auf der ersten Seite der Bibel heißt es: Gott schuf den Menschen als sein Abbild. Dem Kaiser gehört die Münze. Gott gehören wir selbst.


Es geht also nicht um Ja oder Nein, sondern um die Einsicht in eine Grundhaltung. Wie sieht unser Glaube aus, mitten im Alltagsgeschäft?

Die eine Haltung kennen wir gut: Zuerst erledige ich meine Aufgaben, ich sichere mich ab, ich schaue auf mich. Und wenn dann noch Platz bleibt für Gott, ist es gut. In diese Haltung rutschen wir oft, gerade wenn der Alltag hart und fordernd ist.

Die andere Haltung: Wir wissen, dass wir Kinder Gottes sind, dass wir von ihm kommen. Wir vertrauen auf seine Liebe, die sich in unserem Leben zeigen will. Wir wollen in einer oft dunklen Welt ein Licht der Hoffnung sein. Mit dieser Haltung gehen wir in den Alltag, auch in seine harten Herausforderungen. Die Aufgaben werden dadurch nicht weniger. Aber sie verlieren ihre Macht über uns.


Es kommt auf die Prägung an. Sind wir von Glauben und Vertrauen geprägt? Oder bestimmen Machtvorstellungen und der Druck, perfekt sein zu müssen, unser Leben? Wovon bin ich geprägt?


Dem Kaiser zu geben, was ihm zusteht, ist nicht falsch. Wir zahlen Steuern, wir tragen Verantwortung, wir leisten unseren Beitrag zur Gesellschaft. Aber der Kaiser bekommt nur diese Münze. Uns selbst, unser Herz, unser Vertrauen schulden wir keinem Herrscher dieser Welt, keiner Leistung und keinem Erfolg. Das gehört Gott. Oder anders ausgedrückt, Aus Gott schöpfen wir unser Sein, denn wir sind Gottes Ebenbild. Eine Prägung, die niemand auslöschen kann.



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