• Pfarrer Georg

1.FS: In die Wüste getrieben


Manchmal treibt es uns hinaus, wenn wir innerlich mit Gedanken und Sorgen schon zu vollgestopft sind, wenn uns das Sitzen vorm Computer schon fast erstarren lässt, oder einfach wenn die Sonne uns lockt. Dann genießen wir die Freiheit der Weite, die auch unsere Seele wieder ein wenig beweglicher macht und aufatmen lässt.


Diese Erfahrung ist mir zum heutigen Evangelium eingefallen, wo es heißt, dass es der Geist ist, der Jesus hinaustreibt: in die Wüste, ins Ödland, dort wo die wilden Tiere hausen, aber auch wo die Engel ihm dienen. Die Wüste ist ein Symbol für die Herausforderung des Lebens, ein Ort der Freiheit und der Entscheidung, ein Ort, wo sich einiges in uns tun und verwandeln kann.


Natürlich ist es bequemer, im Gewohnten zu bleiben. Wo wir uns auskennen, da brauchen wir nicht mehr viel nachzudenken. Eigenartiger Weise bleiben wir lieber in beschwerlichen Lebenssituationen, nur weil wir unsere Gewohnheiten nicht verändern wollen.


Das Evangelium aber sagt uns, dass da der Geist Gottes wie ein Wind hineinfährt und uns lockt und treibt, damit wir nicht erstarren. Doch dieses Lebendig-Werden ist mit Auseinandersetzung und Entscheidung verbunden.


Kurz zusammengefasst lautet Jesu Frohe Botschaft nach der Wüste:

Das Reich Gottes ist nahe. Die Zeit ist erfüllt.

Denkt um und glaubt an das Evangelium.

Das heißt: Alles, was wir brauchen, ist schon da. Die Zeit ist reif für unsere Entscheidung. Wendet euch der Kraftquelle Gottes in euch zu und lebt daraus.


Virgina Satir benennt diese Ahnung vom Reich Gottes als Freiheiten, die uns angeboten werden und für die wir uns entscheiden können:

  • zu sehen und zu hören, was im Moment wirklich da ist, anstatt was sein sollte, gewesen ist oder erst sein wird.

  • auszusprechen, was ich wirklich fühle und denke, und nicht das, was von mir erwartet wird.

  • um das zu bitten, was ich brauche.

  • in eigener Verantwortung Risiken einzugehen, anstatt immer nur auf Nummer sicher zu gehen und nichts Neues zu wagen.

Lassen wir uns vom Geist Gottes in diese Freiräume seines Reiches locken und damit auch in persönliche Ver-ANTWORT-ung.

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