• Georg Fröschl

Andere Sicht von Glück


Vor kurzem hat die katholische Kirche das Fest Allerheiligen gefeiert. Damit werden wir an eine große Schar von Menschen erinnert, die das Licht Gottes durch ihre Begrenztheit hindurch haben erstrahlen lassen.

Das Evangelium von den Seligpreisungen benennt einige dieser Glücksmomente, wo Gott durch die Unzulänglichkeit und Schwäche eines Menschen leuchten kann:


Selig die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.

Arm-Sein meint hier: nicht randvoll mit eigenen Gedanken und Wünschen vollgestopft zu sein; sondern Resonanzraum für Gottes Melodie in sich zu haben, sodass Gott durch uns klingen kann.


Selig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden.

Die Trauer wird hier als notwendige Durchgangsstufe in unserem Reifungsprozess gesehen. Trauer ist Abschiednehmen von Illusionen, Verschmerzen von Verletzungen. Trauer ist ein wichtiger Schritt zur gereiften Freude.


Selig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben.

Wir müssen uns nicht alles gefallen lassen. Gemeint ist: sich im eigenen Ehrgeiz zu sänftigen, nichts über´s Knie zu brechen, die Erde nicht zu vergewaltigen. Gemeint ist die Qualität des Sich-Geschehen-lassens.


Selig die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott schauen.

Das Herz ist unsere Mitte. Hier begegnen einander Gefühl, Verstand und Liebe. Reinen Herzens ist der Mensch, der aus dieser Verbundenheit heraus lebt. Vom Herzen sprechen und mit dem Herzen schauen, lässt uns das Herz Gottes erahnen.

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