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Geheimnis - Dreieinheit

  • Autorenbild: Georg Fröschl
    Georg Fröschl
  • vor 6 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Heute ist Dreifaltigkeitssonntag. Als Kind hat ist mir dieses Wort komisch vorgekommen. Ich habe an Papier gedacht, das man faltet und wieder auffaltet – oder an einen alten Mann mit tiefen Falten im Gesicht. Ihr ahnt es: Das trifft das Geheimnis nicht wirklich.

Auch das Evangelium dieses Sonntags bringt uns nicht ganz ans Ziel. Der Satz „Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab" klingt vertraut – und bleibt doch rätselhaft. Also lass mich euch ein anderes Bild mitgeben.

Stellt euch ein Lagerfeuer vor.

Damit ein Feuer brennen kann, braucht es Holz – etwas, das die Glut aufnimmt und trägt. Wenn das Holz Feuer gefangen hat, entsteht etwas Drittes: Wärme und Licht.

Dieses schlichte Bild trägt das Geheimnis der Dreifaltigkeit in sich.

Das Feuer ist Gott, der Schöpfer – pure, bedingungslose Liebe, die sich mitteilen will.

Das Holz sind wir: Mensch und Schöpfung, die diese Liebe aufnehmen und weitertragen dürfen.

Und Wärme und Licht – das ist der Heilige Geist, die spürbare Wirkung, die entsteht, wenn Liebe auf Bereitschaft trifft.

Jede echte Begegnung, jede Gemeinschaft ist ein solches Lagerfeuer. Sie wärmt. Sie erhellt.

Aber nehmt ein glühendes Scheit aus dem Feuer und legt es abseits – es kühlt aus. Stille, Einsamkeit, Kälte. So ergeht es Menschen, die sich abkapseln, die nur für sich leben: Die Glut erlischt.

Wer sich aber einbringt – mit seinen Talenten, mit Zuhören, mit einem Wort zur rechten Zeit, mit Wertschätzung –, der fängt Feuer. Der strahlt.

Es gibt viele Lagerfeuer in unserem Leben, in die wir unser Holz legen dürfen – in der Familie, in der Gemeinde, unter Freunden.

Wer sich gibt, fängt Feuer. Und wo Feuer brennt, ist Gott.

 
 
 

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