• Georg Fröschl

4.So: Befreit leben

Der Evangelist Markus schildert uns am Beginn seines Evangeliums mit knappen Worten eine sehr aufregende Szene in der Synagoge von Kafarnaum – Zeitungen würden vielleicht heute so titeln: Geisteskranker belästigt Ehrengast!


Unser Blick wird zunächst auf Jesus gelenkt: Er – so wird erzählt – lehrt mit Vollmacht, er schöpft aus einer kraftvollen Tiefe. Das, was er sagt, berührt die Leute und macht sie betroffen.

Wir Menschen sind immer betroffen, wenn einer echt und authentisch ist, wenn einer etwas Wahres von sich erzählt, vielleicht von einem Erlebnis, das ihn gepackt hat. Da wird es dann ganz still, und die Leute passen auf... So stell ich mir vor, dass Jesus erzählt und gelehrt hat...


Dann wird unser Blick auf einen Mann gelenkt. Von ihm wird gesagt, er sei von einem unreinen Geist besessen. Wir können uns vorstellen, dass dieser Mensch mit sich selbst nicht im Reinen ist; er ist innerlich zerrissen. Das, was ihn plagt, macht ihn ganz unruhig. Für den Mann ist die Begegnung mit Jesus zunächst eine unangenehme Herausforderung, weil Jesus ihn durchschaut hat und erkennt; er sieht seinen wunden Punkt.

Jesus aber nützt die Situation nicht aus, um selber groß da zu stehen, sondern er will, dass dieser Mensch wieder frei sein kann. Er soll mit sich eins sein und Herr im eigenen Haus sein können. Deswegen befiehlt Jesus dem Geist zu schweigen und den Mann zu verlassen.


Machen wir nun den Schwenk ins Heute - was hat das mit uns zu tun?

Ich denke, wir sind oft genug mit uns selbst nicht im Reinen: wir sind von den verschiedensten Dingen in Anspruch genommen, um nicht zu sagen „besessen“. Gedanken und Wünsche zerren uns hin und her. Auch Gefühlsschwankungen können uns auf diese Weise zusetzten, dass wir uns in unserer Haut nicht mehr wohl fühlen.


Die Frohe Botschaft heute lädt uns ein, dass wir Jesus auf unsere Zerrissenheit schauen lassen. Damit können wir sie auch für uns selber annehmen. Dies ist dann der erste Schritt, von den Dingen loszulassen, die uns hin und her zerren. Gott möchte, dass wir leben können – in einer gesunden Balance unserer Kräfte.

Das wünsche ich euch gerade in dieser Zeit!

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