• Georg Fröschl

Jesus und der Teufel


Jesus kommt von der fruchtbaren Gegend am Jordan und der Geist führt ihn in die Wüste. Im Jordan wurde er getauft und als der geliebte Sohn Gottes bestätigt.

Die Wüste wird nun für Jesus ein Ort der Bewährung. Die drei Versuchungen durch den Teufel stellen bildhaft einen inneren Prozess dar, wie Jesus um seinen Weg ringt.

In der ersten Szene geht es um Brot,

Brot war Jahrhunderte lang ein Grundnahrungsmittel. Gut, dass der Mensch gelernt hat, es zu erzeugen.

Die Versuchung liegt nun darin, bei allem Selber-Machen-Können zu vergessen, dass es etwas gibt, dass wir nicht produzieren können: Die liebevolle Zuwendung und die göttliche Gnade.

Diese Einsicht fasst Jesus in dem Satz zusammen: Der Mensch lebt nicht nur vom Brot. (von dem was er macht)

In der zweiten Szene geht es um Reichtum und um Macht.

Auch hier müssen wir genauer hinschauen. Denn Güter und Macht sind an sich nichts Schlechtes.

Doch die Frage ist, WIE wir damit umgehen? - Besetzen sie unser ganzes Denken und Streben? Machen sie uns gierig und selbstsüchtig? Missbrauchen wir unsere Macht?

Nur wenn Gott die Mitte von allem bleibt, bekommen die anderen Dinge ihren richtigen Platz.

Daher antwortet Jesus wieder mit einem Schriftwort: Nur Gott allein sollst du anbeten und dich vor ihm niederwerfen.


In der dritten Szene wird es religiös, es geht um den Glauben.

Der Teufel steht auf der Zinne des Tempels, dort wo die Juden den Messias erwarteten. Der Versucher knüpft am Glauben Jesu an; er sagt: Wenn du Gottes Sohn bist, dann spring – vertrau, dass dir nichts zustößt!

Auch hier sehen wir, dass sich sogar in Frömmigkeitsformen die Versuchung verbergen kann. Doch: der Glaube ist kein Fastfood. Er lebt von der täglichen Auseinandersetzung in der Beziehung mit Gott.

Daher sagt Jesus: Du sollst Gott nicht auf die Probe stellen – oder Beweise der Liebe fordern.

Es geht also darum, wie wir mit den uns anvertrauten Möglichkeiten und Gaben umgehen.

Wenn wir uns selbst in den Mittelpunkt stellen, verschwindet Gott und wir übersehen das Wesentliche. - In der Wüste wird unsere Aufmerksamkeit dafür geweckt, denn der Teufel steckt im Detail. Lassen wir uns wie Jesus vom Geist führen.


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