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  • Georg Fröschl

Liebe verwandelt

Viele Menschen haben auf ihrem Büroschreibtisch ein Bild ihrer Familie stehen. Oder es lächelt Ihnen vom Startbildschirm ihres Smartphones ihr liebster Mensch entgegen. - Das hat einen guten Grund: das Bild von vertrauten Menschen weckt in uns gute Gefühle. - Genauso ist es mit den Bildern in der Religion: da geht es auch um ein Sehen und Schauen, das uns stärken und verwandeln kann.

Seht das Lamm Gottes! sagt Johannes der Täufer und zeigt auf Jesus, der unerkannt mitten unter den Menschen steht.

Der Künstler Matthias Grünewald hat ein berühmtes Bild gemalt, es ist Teil des Isenheimer Altars, wo Johannes mit einem überdimensional großen Finger auf Jesus, das Lamm Gottes, zeigt. Dieses Bild hing ursprünglich in der Kapelle eines Spitals, wo es die Kranken trösten und stärken sollte.

Was kann uns ein Lamm sagen, wenn wir es sehen und betrachten?

· Den Israeliten damals kam wahrscheinlich das Paschalamm in den Sinn, das sie alljährlich an die Befreiung aus der Sklaverei erinnert.

· Ich persönlich sehe im Lamm ein geduldiges Tier, das nicht stolz ist, sondern still seine Wolle gibt, und dennoch selbstbewusst dasteht. Es ist ein Symbol für Hingabe und Liebe.


Und damit kann ich auch den Zusatz des Täufers bei seinem Hinweis auf das Lamm besser verstehen: das Lamm, das die Sünde der Welt hinweg nimmt.

Ich habe mich immer gefragt, wie das gehen soll, alle Sünden irgendwie ausradieren?

Das Lamm sagt uns: es geht gar nicht ums Vernichten und Ausradieren, sondern ums Annehmen und Verwandeln. - Das ist meine Erkenntnis dieser Evangelienstelle. Die Liebe vernichtet nicht, sondern heilt und verwandelt.

Wer sich von der Liebe berühren lässt, wird zwar die eigenen Schattenseiten sensibler wahrnehmen, aber dadurch wird die Liebe im Herzen noch größer sein können.


Mit der Strophe eines Anbetungsliedes möchte ich all das zusammenfassen:

Im Anschauen deines Bildes, da werden wir verwandelt, da werden wir verwandelt, da werden wir verwandelt in dein Bild.




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