• Georg Fröschl

Neue Wege wagen...


Die Botschaft der Auferstehung erzählt nicht nur von einem Datum der Vergangenheit, sondern von der Wirklichkeit, die wir hier und heute in ihrer Tiefe entdecken dürfen. Schauen wir uns das Evangelium vom 3. Sonntag in der Osterzeit genauer an.


Petrus geht mit einigen seiner Kumpels fischen. Sie fahren hinaus auf den See. Doch in dieser Nacht fangen sie nichts. Als sie gegen Morgen mit leeren Netzen zum Ufer zurückkehren, haben sie eine rätselhafte Begegnung: sie sehen Jesus, den sie noch nicht erkennen, und der sie um einen Fisch fragt. Weil sie keinen haben, rät er ihnen, nochmals hinauszufahren und das Netz auf der anderen Seite auszuwerfen. Sie tun es und machen einen unerwartet reichen Fang, den sie alleine gar nicht bewältigen können. Am Ufer brennt schon ein Kohlenfeuer. Der Auferstandene lädt sie zum Frühstück ein, zu dem auch sie von ihren Fischen dazulegen.


Diesen geheimnisvollen Fischfang verstehe ich nicht als Wunder im Sinn einer Zauberei. Sondern es ist ein Wunder im Sinne des Lebens, das in seiner Tiefe entdeckt werden will.

Das Fischen war der Alltag von Petrus und seinen Kollegen. Misserfolg gehört da ganz normal dazu. Nicht immer gelingt alles. Gut ist es, wenn wir uns das auch eingestehen. Die Frage des Auferstandenen nach einem Fisch, macht uns das bewusst.

Aber gleichzeitig werden wir zu etwas ermutigt – und das ist entscheidend: nämlich nicht aufzugeben und andere Wege auszuprobieren. Werft das Netz auf der rechten Seite aus, sagt Jesus.

Es kann sein, dass wir mit ein er anderen Blickweise, mit einer anderen Herangehensweise etwas entdecken, was unseren Augen bis dahin verborgen war.


Wenn der Auferstandene am Ufer mit dem Kohlenfeuer wartet und sagt: Kommt her und esst! Dann ist das für mich eine Erinnerung: das Leben ist eine Einladung, ein Geschenk, das wir genießen dürfen. Und wir dürfen auch von unserem Fang etwas einbringen.



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