• Georg Fröschl

Ruach


„Ruach“ ist das hebräische Wort für den Geist Gottes. Lautmalerisch ähnelt das „Ruach“ unserem Wort „Hauch“: ich denke an unseren Atem, ohne den es kein Leben gäbe? Gottes Geist ist tatsächlich jene Kraft, die alles in Beziehung und im Leben hält.

Ich möchte zwei Aspekte des Geistes Gottes bewusstmachen: der eine begegnet uns in der Apostelgeschichte, der andere im Evangelium vom Pfingstfest.


Das Überwältigende, Staunen- und Ehrfurcht-Erregende:

In der Apostelgeschichte wird vom Brausen wie von einem heftigen Sturm erzählt, das das ganze Haus erfüllt. Unwillkürlich denke ich an Naturgewalten, die mir auch Angst machen können. Auch bei den Feuerzungen kommen mir jene mächtigen Feuer in den Sinn, die bedrohlich werden können. All diese Bilder möchten uns natürlich keine Angst machen; aber sie zeigen, dass Gottes Kraft nicht in unserer Hand liegt und nicht von uns kontrolliert werden kann.


Im Evangelium begegnet uns dann auch eine andere Seite des Geistes – nämlich die zarte und intime: Da wird erzählt, dass Jesus, der Auferstandene, durch verschlossene Türen hindurch in die Mitte der Seinen kommt und sie anhaucht; er spricht dabei: „Empfangt den Heiligen Geist.“

Bei diesem Bild denke ich an eine Mama, die die Wunde ihres Kindes tröstend behaucht, damit sie heilt. Auch denke ich an den Atem als Medium der Sprache, die Basis unserer Verständigung.


So finden wir den Geist Gottes als überwältigende Kraft und erkennen in der intimen Zuwendung ebenso das Wirken des Geistes. Beide Zugänge sind wichtig:

Gottes Wirken bleibt gewaltig und staunenswert.

Gottes Geist wirkt aber auch ganz zärtlich in persönlicher Zuwendung, die tröstet und heilt.

Wenn wir diese Zuwendung erfahren, ergeht es uns vielleicht wie den Jüngern: sie freuten sich, dass sie den Herrn sahen. Das wünsche ich uns am Pfingstfest




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