• Georg Fröschl

Wirf aus das Netz deiner Sehnsucht...



Vielleicht kennst du das Gefühl: obwohl du dich abgemüht hast, bleibt der Erfolg aus und du bist unzufrieden – irgendetwas fehlt dir.

Das Evangelium vom 5. Sonntag im Jahreskreis zeigt uns da einen möglichen Ausweg. Herzlich willkommen.


Die Szenerie, auf die wir schauen dürfen, ist der See Genezareth mit seinen Fischern. Petrus und seine Kollegen waschen gerade ihre Netze, nachdem sie die Nacht davor nichts gefangen haben. Da kommt Jesus. Und mit ihm scheint sich die Situation der Unzufriedenheit zu verändern – Was also ist geschehen?


1.) Jesus steigt ins Boot des Simon – er steigt auch in mein Boot des Lebens, er kommt zu mir in meinen Alltag: Jesus nimmt mein ganz normales Leben ernst und schätzt es


2.) Jesus bittet den Petrus, ein bisschen auf den See hinauszufahren, von wo aus er die Leute lehrt – er lädt mich ein, ein bisschen Abstand vom Alltagsgeschehen zu nehmen, um sein Wort zu hören: wo schaffe ich es, mich ein bisschen aus dem Alltagsbetrieb herauszunehmen, um auf Gotteswort oder auf meine innere Stimme zu hören? Vielleicht in der Sonntagsmesse, vielleicht bei einem Spaziergang oder bei einer persönlichen Mediation…


3.) Jesus fordert die Jünger zum Fischfang auf. Auch wenn dies untertags und nach einer erfolglosen Nacht fast sinnlos erscheint – lädt er auch uns ein, etwas im Vertrauen zu versuchen: das kann heißten, zB. einen Schritt des Verzeihens zu wagen, Zivilcourage zu zeigen, auf jemanden offen zuzugehen


4.) Die Jünger machen einen reichen Fang und können ihn nur mit Hilfe anderer einholen – die Früchte unseres Lebens sind zahlreich und richtig ernten und genießen können wir sie nur in Gemeinschaft. Wir wissen ja, wie schön es ist, am Abend in froher Runde beisammenzusitzen und beim Essen einander von der Ernte des Tages zu erzählen.


Vier Schritte sind es, die uns aus einer Situation der Unzufriedenheit und Ohnmacht wieder aus der Enge in die Weite führen können:

a) Jesus oder hilfreiche Menschen in mein Lebensboot lassen

b) Ein wenig Distanz zum Alltag, um innezuhalten

c) Vertrauensvoll meine Netze auswerfen, aus mir heraus gehen

d) Gemeinsam das Geerntete einholen und teilen

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