• Georg Fröschl

Seht, ich mache alles neu


Alles neu macht der Mai! Das zeigt sich jetzt in der Natur: da ist so viel Grün, so viel Leben. Nicht umsonst nennt man den Mai den Wonnemonat.

Was wir in der Natur wahrnehmen, ist für mich auch ein Bild für das Innere: auch die Seele soll aufblühen und neu werden. Daran lassen mich die Texte des 5. Sonntag der Osterzeit denken:


1. Das himmlische Jerusalem

Jerusalem ist der Ort, wo Gott wohnt und gegenwärtig ist. Wenn diese Stadt, die immer auch ein Symbol für Gemeinschaft ist, vom Himmel herab kommt, bedeutet das: Gott schenkt sich uns und erneuert damit unser Miteinander.

Die Art des seines Schenkens wird noch mit einem zweiten Bild gezeigt: Gott entfacht in uns eine Liebe - wie eine Braut, die sich für ihren Mann schön gemacht hat.


2. Das Abwischen der Tränen

Damit wird die Art der Liebe beschrieben, wie Gott unter uns da sein will: zärtlich, intim.

So wie eine Mutter, die die Tränen ihres Kindes trocknet. So wie Liebende, die einander sanft mit Tränen berühren. So wie wir den Sterbenden behutsam Tränen aus den Augenwinkeln wischen.

Und noch etwas: das Abwischen der Tränen sagt auch, dass Gott unsere Tränen kennt. Er ignoriert sie nicht, wenn er uns erneuert. Seine Liebe lässt unsre Wunden heilen.



3. Die Einladung: Liebt einander

Jesus sagt, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch. Deswegen gebe ich euch ein neues Gebot, eigentlich eines, das uns erneuert, durch das Jesus weiterhin unter uns da sein kann: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.


Der Mai mit seiner Lebensfülle erinnert uns an das Geschenk der Liebe, das uns immer wieder aus dem Himmel zukommt.

Es ist eine Zärtlichkeit, die den Schmerz nicht ignoriert, aber sanft verwandeln hilft.

Und wir sind zu dieser Liebe eingeladen, damit sich Gottes Verheißung erfüllt: „Seht, ich mache alles neu.“

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