Wird am Ende alles gut?
- Georg Fröschl

- vor 4 Tagen
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Am Ende siegt das Gute. Du darfst vertrauen.
Die Texte vom 16. Sonntag im Jahreskreis berühren mich diesmal besonders. Sie erinnern mich an meine Zeit im Spital, auf der Intensivstation. Ich wusste nicht, wie es weitergeht. Mein Herz war erschöpft. Ich konnte nur noch liegen.
Beten war in dieser Zeit schwer für mich. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Ich konnte mir Gott nicht als liebendes Gegenüber vorstellen. Die Schmerzen und die Niedergeschlagenheit nahmen mich ganz in Anspruch.
Genau darum berührt mich der Römerbrief so sehr. Paulus schreibt: Wir wissen nicht, wie wir richtig beten sollen. Aber der Geist nimmt sich unserer Schwachheit an. Genau so habe ich es erlebt. In meiner Schwachheit konnte ich nicht beten. Mir fehlte einfach die Kraft dazu.
Und trotzdem habe ich etwas gespürt. Ein leises Gefühl, getragen zu werden. Etwas in mir, das gehofft und vertraut hat – auch ohne Worte. Das war meine kleine Insel im stürmischen Meer. Kein großer Glaube, kein großes Gebet. Nur Vertrauen für den nächsten Schritt. Der Geist selbst hat sich meiner Schwachheit angenommen – mit einem Seufzen, das keine Worte braucht. Dieses Seufzen war mein Gebet.
Viele Menschen haben mich besucht oder mir geschrieben: „Georg, es wird alles gut.“ Manche halten so einen Satz für oberflächlich, für billigen Trost. Ich habe darin etwas anderes gehört: eine Zusage. Die Zusage, dass alles zu einem guten Ende kommt – auch wenn ich mir das damals selbst noch nicht vorstellen konnte. Auf diese Zusage habe ich gebaut. Immer wieder neu. Für dieses Grundvertrauen bin ich sehr dankbar. Und für die Menschen, die es mir zugesprochen haben.
Damit bin ich schon beim Evangelium. Auch hier geht es um das Gute, das am Ende bleibt. Das Unkraut wird verbrannt. Der Weizen wird geerntet. Auf dem Acker unseres Lebens wächst immer wieder Unkraut – Dinge, die unsere Hoffnung ersticken wollen. Aber es gilt: Die Kraft der Liebe siegt über Willkür, Gewalt und Leid.
Der Bauer weiß: Das braucht Geduld. Deshalb sagt er den Knechten: Reißt das Unkraut jetzt nicht aus. Wir Menschen wollen oft schnell trennen – in gut und böse. Doch das Gleichnis lädt uns zu etwas anderem ein: Geduldig bleiben. Vertrauen. Nicht vorschnell urteilen.
Meine Erfahrung im Spital hat mir das ganz konkret gezeigt: Auch wenn ich nicht beten konnte, auch wenn ich nichts sah außer Schmerz – etwas hat mich getragen. Das darf uns Mut machen.
Am Ende siegt das Gute. Gottes Liebe führt auch das Leiden zur Herrlichkeit. Darauf dürfen wir bauen – Schritt für Schritt.

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