Große Ernte - wenig Arbeiter
- Georg Fröschl

- vor 2 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Als Jugendlicher habe ich in einem Verein Fußball gespielt. Das war eine gute Zeit. Ich war Teil der Mannschaft, habe mich mit den anderen gut verstanden und gemerkt: Ich gehöre dazu.
Manche in unserem Team hatten richtig viel Talent. Man hat gesehen: Da steckt etwas in ihnen. Aber nicht alle haben dieses Talent ernst genommen und sich lieber anderen Dingen zugewendet.
Nun ist Fußball Gott sei Dank nicht das Wichtigste im Leben. Deshalb ist es auch kein Drama, wenn Jugendliche irgendwann sagen: Das ist nicht mehr mein Weg.
Aber die eigentliche Frage bleibt:
Was ist mit den anderen Talenten, die in uns stecken? Mit den Fähigkeiten, die uns mitgegeben wurden? Mit dem, was wir in diese Welt einbringen könnten?
Genau an diesem Punkt setzt Jesus im Evangelium an. Er sagt: Die Ernte ist groß, aber es gibt zu wenige Arbeiter. Das ist ein starkes Bild.
Es sagt: Es wäre so viel möglich. So viel Gutes könnte wachsen. So viel Heilung, so viel Hoffnung, so viel Frieden.
Aber es braucht auch Menschen, die sich rufen lassen. Menschen, die nicht nur zuschauen, sondern mit anpacken.
Die Ernte steht für das, was in unserem Leben und durch uns wachsen kann.
Erst wenn in uns die Sehnsucht nach einer gerechteren und friedlicheren Welt wach wird, entsteht Bewegung.
Genau da liegt die entscheidende Frage: Lebt diese Sehnsucht noch in uns? Oder haben wir uns längst eingerichtet und mit dem Zustand der Welt abgefunden?
Jesus denkt anders. Er sieht die Menschen. Er sieht ihre Not. Er hat Mitleid. Er nimmt sich Zeit und wendet sich ihnen zu.
Und dann ruft er andere, damit sie dasselbe tun. Er traut ihnen etwas zu. Sie sollen heilen, aufrichten, befreien, Leben fördern. Sie sollen mitarbeiten an dem, was Gott in dieser Welt wachsen lassen will.
Jesus ruft uns nicht, weil wir perfekt sind. Er ruft uns, weil diese Welt uns Menschen braucht, damit wir unsere Gaben einsetzen. - Wie gesagt: die Ernte ist groß.

Kommentare