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Was ist LIEBE?

Autorenbild: Georg Fröschl
Georg Fröschl
vor 23 Stunden
2 Min. Lesezeit

30. Sonntag: Die Weite lieben, den nächsten Schritt gehen

 

Muss ich Schmetterlinge im Bauch spüren, um von Liebe zu sprechen?

Kann ich nur Menschen lieben? Oder auch Tiere, Pflanzen, vielleicht sogar Gegenstände?

Diese Fragen begleiten mich schon lange. Heute hören wir im Evangelium das Hauptgebot, das uns allen vertraut ist: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit deinem ganzen Denken. Und: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

Was heißt hier lieben?

 

Ich glaube: Es ist mehr als ein Gefühl. Es ist eine Haltung, in die wir hineinwachsen können. Offenheit und Interesse an der ganzen Schöpfung. Auch an dem, was ich noch nicht erkennen und bejahen kann. Eine Haltung, die vertraut. Sie darf bestehen, auch an Tagen ohne Schmetterlinge.

 

Das ist für mich Gottes Liebe:

Allem und allen auf den Grund gehen wollen.

Mich ausstrecken nach dem Himmel, nach Höhe und Weite.

Inneren Anregungen nachgehen und meinem Ruf folgen.

 

Und die Nächstenliebe? Sie macht diese Haltung konkret. Jeden Tag neu. Es sind die kleinen Schritte im Alltag, die ich gehe.

 

Machen wir es an der Musik anschaulich.

Am Anfang steht die Liebe zur Musik. Sie entspricht der Gottesliebe. Musikliebhaber suchen Melodien, Kompositionen, Interpretationen. Sie bleiben offen, für verschiedenste Musikstücke und lassen sich davon prägen.

Die Nächstenliebe ist dann das Üben, um selbst Musik zu machen. Sie zeigt sich darin, immer wieder ins Konzert zu gehen. Und auch neue Musik zuzulassen.

 

So ließe sich das in vielen Bereichen finden. Auf der einen Seite das große Ganze, das wir nie fassen können. Auf der anderen Seite das Konkrete, in das sich dieses Ganze hineingeben möchte. Beide Pole gehören zur Schöpfung. Beide gehören zu unserem Menschsein.

 

Ich wünsche uns, dass wir uns einlassen auf das große Geheimnis Gottes, das uns ruft. Und dass wir unsere Empfindungen, Einsichten und Erfahrungen in unserem konkreten Leben umsetzen.

Die Weite lieben. Den nächsten Schritt gehen.



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