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Wie Gott sich zeigt!

Autorenbild: Georg Fröschl
Georg Fröschl
8. Aug.
2 Min. Lesezeit
Videopredigt von Georg

In unserer Familie haben wir ein Zeichen vereinbart. Wer nach Hause kommt, läutet kurz dreimal. Dann wissen alle: Das ist er. Das ist sie.

Zeichen sind wichtig im Zusammenleben.

Auch Liebende geben sich Zeichen. Ein Blumenstrauß. Ein Kuss. Eine kleine Überraschung, unerwartet.

Und manchmal wünschen wir uns auch von Gott ein Zeichen. Gehe ich den richtigen Weg? Welche Entscheidung soll ich treffen? Kann ich mir das zutrauen?

 

Aber gibt Gott uns Zeichen? Wir haben doch gelernt: Gott ist unsichtbar. Wie sollte er sich erfahrbar zeigen?

In der ersten Lesung des 19. Sonntag steckt der Prophet Elija in genau dieser Not: er, der starke, mutige Prophet, ist plötzlich ganz unsicher geworden. Er weiß nicht mehr, ob Gott noch da ist. Ob Gott für ihn da ist.

Elija zieht sich zurück. In eine Höhle. Ganz allein.

 

Und dann geschieht etwas Erstaunliches.

Feuer zieht vorbei. Sturm reißt Felsen auseinander. Die Erde bebt. Genau das, was Menschen früher als Erscheinung Gottes kannten: mächtig, laut, erschütternd.

Aber Gott ist nicht im Feuer. Nicht im Sturm. Nicht im Beben.

Erst danach: ein leises Säuseln. Fast nichts. Ein Hauch.

Und da überläuft Elija eine Gänsehaut. Er ist berührt. Er spürt: Gott ist da.

Sanft. Zart. Unaufdringlich.

Diese Botschaft sickert tief in sein Herz. Jetzt weiß Elija: Gott hat mich nicht vergessen.

 

Und wie ist es bei dir? Wo suchst du nach Gott? Fragst du in dieser grausamen Welt überhaupt noch nach Gott?

Ja, das Böse und das Leid in der Welt stellt Gott in Frage? Wie Elija dürfen wir lernen, unsere alten Gottesbilder vom Allmächtigen loszulassen.

Mir hat jemand einmal ein Wort mitgegeben, das mich seither begleitet:

Stell dir Gott vor als liebevolle Augen. Die dich ansehen. Die dich umhüllen. Die dich heilen.

So sanft dürfen wir Gott erwarten.

Es braucht keine großen Beweise. Es braucht keinen, der mit allen Bösen aufräumt und es verbrennt. Keine Wunder, die alle sehen können. Es braucht wache Sinne für dich persönlich. Und ein offenes Herz.

Wer Gott so erfährt, im leisen Säuseln, der wird gestärkt.

Nicht durch Lärm. Sondern durch Berührung.

Das ist die ganze Botschaft. Nicht laut schreien. Offen sein für das Unscheinbare.

 

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